Hier gibt es Marktdaten zum Nulltarif (update)

Update: Der Autor hat den Artikel, um einige Fakten und Links zu alternativen Informationsquellen ergänzt.

Als Mentor und Coach für die unter anderen für Wirtschaftsförderung Dortmund (Gründerwettbewerb start2grow) habe ich viel Kontakt mit Startups, Gründern und jungen Unternehmern. Dabei bekomme ich auch unzählige Businesspläne in die Hand und gebe mein Feedback zum Geschäftsmodell, zur Marktanalyse und vor allem natürlich zum Bereich Marketing und Vertrieb.

Marketing ist nicht Werbung, sondern die Beschäftigung mit den Märkten.

Leider scheitert die Mehrzahl der gegründeten Unternehmen in den ersten 3 Jahren. Sehr auffällig dabei ist, das in den Businessplänen  der Bereich Marketing und Vertrieb unterschätzt wird. Kein Produkt, und sei es noch so gut, verkauft sich von alleine. Auch Apple und Google investieren gigantische Summen ins Marketing. Damit ein Unternehmen am Markt bestehen kann, müssen potenzielle Kunden davon erfahren. Im Businessplan sollten daher der Markt, die avisierte Zielgruppe und Maßnahmen zur Kundengewinnung detailliert festgelegt werden.

Oft gibt es aber keinen ganz konkreten Akquiseplan oder er ist nur Mittel zum Zweck, zum Beispiel um eine staatliche Förderung oder Venture Capital zu bekommen. Jeder Existenzgründer sollte aber den Markt, in dem er tätig werden möchte, genau kennen. Dazu gehören neben der Produktentwicklung eine sorgfältige Konkurrenzbeobachtung und  natürlich auch die Kenntnis der relevanten Marktzahlen. Eine Analyse des Marktes mit verlässlichen Zahlen ist also Pflicht.

Sehr oft werde ich in der Tat gefragt, woher man denn Zahlen bekommen kann. Auch unter dem Gesichtspunkt der Kosten. Denn die großen Statistikportale sind meist kostenpflichtig und in der Tat lohnt sich eine längere Mitgliedschaft im Abo nicht für die angehenden Existenzgründer sowie kleine und mittelständische Unternehmen. “Nur weil man einmal ein Zahlen braucht.” Naja immerhin sollte man nicht vergessen, dass man auf diesen Daten und Fakten sein eignes profitables Geschäftsmodell aufsetzen. Mein Tipp: Immer hinterfragen, welche Investition für welchen Input ausgeben.

Es muss auch nicht wirklich immer gleich teuer sein, weil die meisten Statistikportale dann eben doch ein kostenfreies Basismodell haben. Da ist der Zugang zwar eingeschränkt, aber eben auch kostenfrei. Also einfach mal ausprobieren, welche Daten man dort ohne Bezahlung bekommt. Meine Erfahrung zeigt: eine ganze Menge.

An die relevanten Marktdaten zu kommen, ist nicht immer leicht und kann schnell sehr kostspielig werden. Zumindest wenn man die Daten bei Agenturen, Instituten oder Statistikportalen kaufen muss. Vieles kann man aber auch aus dem “kostenfreien” Angeboten diverser Portale für sein Geschäftsmodell rausziehen. Mögliche günstige Quellen sind die IHKs und Handwerkskammern, Berufsverbände, das statistische Bundesamt, Statista.de und eine Vielzahl anderer.

Liste von Portalen, die als Quelle von Daten, Fakten, Zahlen dienen

Hier nun die Liste meiner persönlichen Favoriten. Dabei sind manche völlig kostenfrei, einige bietet einen Mix aus Gratis- und Bezahlmodell an und andere wiederum lassen sich alles bezahlen. Mein Favorit sind  übrigens die VR-Branchenbriefe, auf die ich weiter unten im Artikel noch etwas näher eingehen werde.

Hier gibt es die Liste als PDF-Download Quellen für Marktdaten.

Schon mal vom VR Branchenbrief gehört?

Mein Tipp: VR Branchenbriefe. Ganz besonders hervorheben möchte ich das Superangebot der Volks- und Raiffeisenbanken. Diese bieten allen Interessierten den Zugriff auf ihre Branchenbriefe im Rahmen des VR-Gründungskonzepts. Kunde einer Volks- oder Raiffeisenbank muss man dazu nicht sein. Ein wirklich toller Service. Insbesondere Gründer sollten hiervon reichlich Gebrauch machen, um an die entsprechenden Zahlen zu kommen. Es gibt kaum eine Branche ohne dazugehöriges Zahlenmaterial.

Neben allgemeinen Marktzahlen, erhält man auch Prognosen über Marktentwicklungen, Umsatzpotential und auch über zu erwartende Kosten und durchschnittliche Gründungskosten. Natürlich wird es auch immer Geschäftsfelder geben, die nicht vertreten sind und die Daten beschränken sich hauptsächlich auf den deutschen Raum. Aber ein Blick auf diesen Service lohnt sich definitiv und kostet kein Geld. Im Gegenteil er spart zum Teil hunderte oder gar tausende von Euro. Auch der Faktor Zeit sei an dieser Stelle erwähnt, denn auch hier spart man enorm viel. Alle Branchenbriefe sind sehr gut strukturiert, die Marktdaten verständlich und übersichtlich darstellt, natürlich mit Quellenverzeichnis für eine mögliche tiefergehende Recherche.

So sehen die Branchenbriefe / Gründungskonzepte aus (Quelle: Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband e.V.):

Branchenbriefe

Hier geht es direkt zum Downloadbereich der VR-Branchenbriefe

Fazit

An verlässliche Marktdaten für seine Branche zu kommen, ist also relativ leicht. Wer seinen Markt gut kennt, kann ein erfolgreiches Geschäftsmodell / Produkt entwickeln, Risiken einschätzen und Chancen nutzen. Eine sehr gute Quelle für Marktdaten sind die Branchenbriefe der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Sie liefern viele Informationen und sparen somit eine Menge Geld und Zeit.

Zur Entwicklung einer Geschäftsidee und Erarbeitung eines Businessplans empfehle ich übrigens die Methode Business Model Canvas. Informationen dazu gibt es es hier.

Sie haben Fragen, möchten weitere Anregungen und Tools zur erfolgreichen Gründung  oder suchen einen erfahrenen und offenen Sparringspartner für die Entwicklung Ihres Geschäftsmodells? Dann rufen Sie mich einfach an oder schreiben mir eine Nachricht!

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