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Das wahre Leben ist analog.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich liebe und lebe den digitalen Wandel. Ich bin auch etwas stolz darauf, mein Unternehmen nahezu papierlos zu managen. "Wunder, äh Ausnahmen gibt es immer wieder." Besonders, wenn Behörden oder Ämter mit im Spiel sind. Notizen mache ich mir am liebsten handschriftlich, aber eben auch mit einem Pencil direkt auf meinem iPad.

Und dennoch gibt es auch bei uns in der Firma jede Menge, das analog passiert. Insbesondere beim kreativen Brainstorming. Erst wenn die analoge Denkarbeit fertig ist, gehen wir digital voran. Dazu vielleicht ein Beispiel einer anderen Firma, bei der ich vor einiger Zeit zu Gast sein durfte. Diese Firma ist im digitalen Markt, Bereich IT-Lösungen, unterwegs. Beim Rundgang durch das Unternehmen fielen aber sehr viele Whiteboards, Pinwände (übersät mit Post-its) auf. Denn die Teamkommunikation erfolgt höchst analog, nämlich Face-2-Face.

Die digitale Transformation schreitet unaufhörlich voran und durchdringt alle Lebensbereiche. Privat wie beruflich. Und in den meisten Fällen bietet sie viel mehr Potential und Chancen als Risiken. Dennoch ist nicht alles, was technisch möglich ist, auch immer gesellschaftlich sinnvoll oder eben wirtschaftlich. Aber in diese philosophische und gesellschaftspolitische Ebene will ich heute garnicht einsteigen.

Viel mehr soll es um die Frage gehen, wieviel Digitales darf es denn schon sein? Und wann ist es besser auf dem analogen Teppich zu blieben?

Analog versus Digital?

Nein! Nicht das Gegeneinander sondern das Miteinander von analogen und digitalen Services und Vertriebsprozessen bringt den rundum zufriedenen Kunden.

Wir sollten beim digitalen Wandel auch immer unsere Kunden im Auge behalten. Sind diese denn schon immer wirklich bereit auf analoge Prozesse und Dienstleistungen zu verzichten bzw. bereit für die volle digitale Breitseite?

Das reale Leben ist eben doch noch analoger als man manchmal meinen könnte, wenn man öffentliche Diskussionen verfolgt. Und auch wenn es im Kern um digitale Themen geht, kommt man manchmal mit analogen Mitteln einfach schneller, effizienter und auch nachhaltiger zum Ziel.

Den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten, heißt auch die analoge Bodenhaftung nicht gänzlich zu verlieren, wo diese noch gebraucht wird. #digitaletransformation

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Als Beispiel nehme ich mal ein Event, das ich für einen meiner Kunden konzipiert und durchgeführt habe. Für einen Markenartikelhersteller habe ich für seine Fachhandelspartner einen Workshop "Verkäufer 4.0" organisiert.

Thema: Digitalisierung im Fachhandel. Welche Kompetenzen braucht der Verkäufer der Zukunft. Dazu habe ich die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt und diese haben dann in den kleinen Teams mit Zeitschriften, Stiften, Scheren, etc. ihre Verkäufer 4.0 auf lebensgroße Holzplatten gebastelt. Höchst analog.

Dabei entstand eine lebhafte Diskussion zwischen den Beteiligten. Und genau das war ja auch das vorrangige Ziel.
Und auch das Feedback zur Veranstaltung war großartig und sehr positiv. Die Teilnehmer fanden diese Art viel lebhafter und intensiver als z.B. eine Keynote. Vielmehr Sinne wurden angesprochen und sie waren viel interaktiver.

Es sind solche realen Erlebnisse, die Verbindungen zu Menschen schaffen und besonders wertvolle und nachhaltige Inhalte bei uns hinterlassen.

Ich wundere mich selbst stetig darüber, dass ausgerechnet ITler in Firmen, mit denen ich zusammenarbeite, oft recht wenig Interesse an Videokonferenzen haben. Viel lieber sitzen sie persönlich zusammen, arbeiten mit Post-its und Pinnwänden, Kaffee und Keksen. 

Digital oder nicht digital. Das ist hier nicht die Frage!

Verbindungen zwischen Menschen sind nachweislich viel stärker, wenn das digitale Netzwerken durch analoge Momente, wie ein Netzwerktreffen, ein Messebesuch oder einfach ein gemeinsamer Kaffee, ergänzt wird. Denn man lernt sich persönlich kennen, tausch gedruckte Visitenkarten aus, gibt sich die Hand und schaut sich in die Augen. Diese persönliche Ebene verbindet und schafft Vertrauen. Und ist halt analog. Gerade Vertrauen hat einer Geschäftsbeziehung einen hohen Stellenwert und Empathie lässt sich digital nur schwerlich vermitteln.

Der Mix macht's

Nun aber genug der Lobgesänge auf das analoge Leben. Denn natürlich ist auch der richtige digitale Grad des Kundenerlebnisses enorm wichtig. Denn auch dazu gibt es ganz klare Erwartungen und Anforderungen von Interessentenseite. Insbesondere die digitale Identität ist wichtig, denn sie verstärkt den analogen Charakter der Marke.

Digitale Sichtbarkeit, nutzerfreundliche Services kombiniert mit der analogen Begegnungsqualität schafft nachhaltige und attraktive Kundenverbindungen von hoher Qualität.

Mein Tipp: Gehen Sie den digitalen Wandel an, aber ohne die analoge Bodenhaftung zu verlieren, die Ihre Kunden und auch Sie noch brauchen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Gnadenlos digital, analog verstaubt oder genau den richtigen Grad der Digitalisierung gelebt?
Lassen Sie uns ins Gespräch kommen und schrieben mir einfach eine Nachricht.